Qualitative und Zeit-faktoren beim Übersetzen vom Englischen ins Deutsche (I)!

Das 1. Beispiel geht von einer einzelnen englischen Vokabel, nämlich „craftsman“ aus; das Erste, was mir einfällt, ist die Übersetzung als „Handwerker“.

1) Was sagt Google Translate: Dieser Service liefert (normalerweise) eine Antwort in weniger als 5 Sekunden. An eins – wie zu erwarten war, steht „Handwerker“. In der rechten Seitenspalte gibt es in diesem Falle noch eine zweispaltige Zahl von „Synonymen“, genauer gesagt sind das Vokabeln, die im unmittelbaren Umfeld (in der englischen Sprache) angesiedelt sind und deren separate Übersetzung nur einen Linkklick entfernt ist. Wenn man wenig Zeit hat, kann man in weniger als einer Minute deutlich weiter kommen. Ein nicht zu unterschätzendes Feature ist die Sprachausgabe! Manchmal ist man sich nicht sicher, wie das Wort ausgesprochen wird – wenn doch: Es gibt fast immer noch Optimierungsmöglichkeiten bei der Aussprachepräzision. Das Feature „Verlauf“ kann auch noch sehr nützlich sein. (Detailliertere zusätzliche Informationen finden Sie bei Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Google_%C3%9Cbersetzer).

2) Was sind die Ergebnisse in der „315 000 Wörter- und Wendungen-Print-Oberklasse“ bei Langenscheidt (2008) oder Pons (2014): In einem fehlte der Eintrag zu „craftsman“ gar (Pons), im anderen trat als Übersetzung nur allein die Vokabel „Kunsthandwerker“ auf. Es gab alphabetische Umfeld-Variationen von „craft“ bis „crafty“ in beiden Werken, aber keine ähnlichen oder nahezu gleichen inhaltlichen Begriffe im Angebot. Minimal dauerte die Prozedur beginnend vom Herausholen des Bandes aus dem Regal bis zum Lokalisieren des Eintrags mehr als 2 1/2 Minuten (in meinem Fall) – bei verminderter Leistung – es stehen etwa keine Umfeld-„Links“ zur Verfügung. Will man deratige Umfeld-Einträge auch noch nachgucken, ist man schnell oberhalb von 5 oder 10 Minuten. Es gab seiner Zeit befristete Online-Aktualisierungsangebote, die aber alle heute schon ausgelaufen sind. Manchmal finden sich idiomatische Redewendungen in einem Eintrag, die deutlich hilfreich sein können, manchmal fehlt aber die Wendung, die man gerade sucht, auch. Manchmal macht diese mehr alphabetisch orientierte Strukturierungsmethode ergänzenden Sinn. Einige andere Methoden sind aber (fast) tagesaktuell. Bei dieser antiquierteren Methode kann man aber auch über die Entwicklung der Sprache (etwa) seit 2008 nachdenken.

3) Der Google KI-Modus: Meine Frage: Was kannst Du mir zur Bedeutung des englischen Wortes „craftsman“ im Deutschen sagen? Dieses Mal habe ich diese Frage aus dem LO-Writer-Text per Copy&Paste in das KI-Modus-Fenster reinkopiert, da der Text schon fertig vorlag; wäre das nicht der Fall gewesen, hätte ich den Text per Mikro reingesprochen. Die Antwort sieht so aus (nach einer Reihe eigener formeller Umformatierungen):

„Das englische Wort „craftsman“ (Plural: craftsmen) bezeichnet im Kern eine Person, die ein Handwerk ausübt, und lässt sich je nach Kontext unterschiedlich übersetzen: 

1. Grundbedeutung: Der Handwerker

In den meisten Fällen ist die direkte Entsprechung „Handwerker“. Es beschreibt jemanden, der eine praktische, oft manuelle Tätigkeit ausübt, die eine spezielle Ausbildung oder Geschicklichkeit erfordert. 

2. Spezifische Nuancen

Je nach Qualifikation oder Tätigkeitsfeld gibt es präzisere Begriffe:

  • Facharbeiter: Wenn die formale Qualifikation und technische Kompetenz im Vordergrund stehen.
  • Kunsthandwerker: Bezieht sich auf jemanden, der handwerklich-künstlerische Gegenstände fertigt (Englisch oft auch artisan).
  • Meister: Der Begriff „master craftsman“ entspricht dem deutschen „Meister“ bzw. Inhaber eines Meisterbriefs, der höchsten handwerklichen Qualifikationsstufe.
  • Gewerbetreibender: In einem eher geschäftlichen oder rechtlichen Umfeld. 

3. Redewendungen und Zusammensetzungen

  • Craftsmanship: Bezeichnet die Handwerkskunst oder die Qualität der Ausführung einer Arbeit.
  • Craftsman-style: Bezieht sich oft auf einen spezifischen Architektur- oder Designstil (American Arts and Crafts Movement), der für natürliche Materialien und sichtbare Handwerksarbeit steht. 

Zusammenfassend: Während ein „Handyman“ eher ein Allrounder oder „Mann für alles“ ist, impliziert „craftsman“ immer eine hohe Fachkompetenz und spezialisiertes Können in einem bestimmten Gewerk.“ 

Die Produktion dieser Antwort dauerte (gefühlte) 2 bis 3 Sekunden. Sie ist (technisch) frei (digital) kopierbar.

Zur Qualität möchte ich sagen: Sie ist (offensichtlich) erschlagend! Wir befinden uns hier in einer umfassend neuen, höheren historischen Dimension, die uns erst das Jahr 2025 gebracht hat. Das ist auch wohl die erste sehr tiefgreifende Herausforderung für Wikipedia (kurz vor deren 25. Geburtstag am 15.1.26).

(23.12.25) (24.12.25)


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