7. Die finale Periode von Indien im Empire von 1919 bis 1947 (IV):

1) Beachten Sie bitte das Vorschalt-Kapitel unter https://internet-intelligentsia.de/2026/05/05/6-gold-in-australien-und-massaker-in-amritsar-1851-1919-74-98/.

2) Im Zeitraum 1919-1947 bildeten die Inder zu jedem Zeitpunkt die Mehrheit der Bevölkerung des ganzen Britischen Empire, näher vor der Unabhängigkeit 1947 waren es mehr als 60 %.

3) HzK an den Google KI-Modus: Kannst du mir eine Tabelle kreieren über die Stärke der British-indischen Truppen im Zeitraum 1919 bis 1947: Die Antwort:

„Hier ist die detaillierte Tabelle zur Truppenstärke der Britisch-Indischen Armee im Zeitraum von 1919 bis 1947.

Die Tabelle zeigt den Übergang von der regulären Friedensstärke der Zwischenkriegszeit über die massive Kriegsmobilisierung im Zweiten Weltkrieg bis hin zur Demobilisierung und endgültigen Aufteilung bei der Unabhängigkeit.

Jahr / PhaseUngefähre TruppenstärkeHauptsächliche Stationierung / EinsatzbereicheHistorischer Kontext
1919–1920
(Direkt nach WK I)
ca. 350.000 bis 400.000Nordwestgrenze Indiens, Mesopotamien (Irak), Palästina, ÄgyptenDemobilisierungsphase nach dem Ersten Weltkrieg; Niederschlagung von Aufständen im Nahen Osten und der Grenze zu Afghanistan.
1921–1938
(Zwischenkriegszeit)
ca. 150.000 bis 200.000
(Konstante Friedensstärke)
~75% in Indien (davon die Hälfte an der Nordwestgrenze); ~25% Auslandsgarnisonen (Singapur, Hongkong, Aden, Suezkanal)Reine Berufsarmee. Fokus auf Grenzsicherung (Khyber-Pass) und innere Sicherheit gegen die wachsende Unabhängigkeitsbewegung.
1939
(Kriegsausbruch)
ca. 205.000Hauptsächlich Indien; erste Kontingente nach Malaya und Nordafrika verlegtBeginn des Zweiten Weltkriegs. Erste vorsichtige Expansion und Mobilisierung.
1941
(Kriegsausweitung)
ca. 900.000Nordafrika (Eritrea, Libyen), Irak, Iran, British-MalayaRasante Rekrutierungswelle nach den britischen Niederlagen in Europa und der akuten Bedrohung im Nahen Osten.
1943
(Höhepunkt Dschungelkrieg)
ca. 1.820.000Burma-Front (Assam/Grenze), Italien, Naher OstenIndien wird zum zentralen Aufmarschgebiet gegen das Kaiserreich Japan.
1945
(Kriegsende)
ca. 2.500.000
(Historischer Höchststand)
Burma, Südostasien (Malaya, Java), Italien, HeimatkasernenGrößte Freiwilligenarmee der Weltgeschichte. Totale Mobilisierung aller Waffengattungen.
1946
(Nachkriegsphase)
ca. 1.000.000Rückzug nach Indien; temporäre Besatzungstruppen in Japan und VietnamMassenhafte Demobilisierung und Entlassung von Millionen Soldaten in das zivile Leben.
1947
(Bis August 1947)
ca. 400.000Rein auf dem indischen Subkontinent (Punjab, Bengalen, Großstädte)Die verbliebenen Truppen versuchen vergeblich, die blutigen Ausschreitungen während der Teilung einzudämmen.
Ab 15. August 1947
(Die Teilung)
0
(Auflösung der Armee)
Aufgeteilt in die neuen NationalstaatenDie Armee existiert nicht mehr. Aufteilung im Verhältnis 2:1 [4]:
ca. 260.000 zu Indien
ca. 140.000 zu Pakistan
• 4 Gurkha-Regimenter zur British Army [4]

Wichtige Erkenntnis aus den Daten:

Die Tabelle verdeutlicht, dass die Britisch-Indische Armee in Friedenszeiten eine reine Ordnungsmacht war, die primär die eigenen imperialen Grenzen sicherte. Erst die existenzielle Bedrohung Großbritanniens im Zweiten Weltkrieg führte dazu, dass der Subkontinent als gigantisches demografisches Reservoir genutzt wurde, was die Truppenstärke innerhalb von fünf Jahren verzwölffachte.“

Das Mischungsverhältnis war (durchschnittlich) ungefähr 1 Britischer zu 3 oder 4 Indischen Soldaten. In den Offizierskorps gab es komplexere Entwicklungen in diesem Zeitraum (die ich aber hier übergehe). Die Briten kreierten in ihrem Empire einen beachtlichen Metamorphosendschungel je nach Lokalität und Zeitpunkt.

4) Für Indien war charakteristisch, dass eine winzig-kleine Zahl von sehr vermögenden Familien (eine Art indische Vermögens-Aristokratie) ihre Söhne nach England, zumeist London, an dortige Elite-Universitäten schickten. Sie durchquerten gewissermaßen ein englisches „Nadelöhr“ 2 Mal – Beim Reingehen wie beim Rausgehen – danach gehörten sie zu einer winzig-kleinen Gruppe von (zumeist) abgestuft anglophilem indischem Führungspersonal, die ich hier sehr kurz selektiv beleuchten will:

1: Mahatma Gandhi (1869-1948): 1. 1915 war Gandhi (inzwischen von Südafrika aus) nach Bombay zurückgekehrt. 2. Seine Ideologie war die des gewaltfreien Widerstands und des zivilien Ungehorsams, eine Ideologie, die weder im (englischen) Empire selbst oder der SU oder in China auf größere Zustimmung stieß. Für die Herrschenden hatte sie Vor- wie Nach-teile. Zum einen konnte man teilweise viele Menschen für eine solche Ideologie mobilisieren, s. den Salzmarsch weiter unten (auch Martin Luther King wie Nelson Mandela hingen dieser Ideologie an), aber sie waren nicht auf die Machtergreifung der Mehrheit mit einem tiefsinnigem Programm ausgerichtet. 3. Das Emblen seiner Bewegung war das traditionelle (indische) Spinnrad, welches natürlich vor dem Hintergrund englischer Textilmaschinen ungemein anachronistisch wirken mußte. Aber es gelang ihm, viele Inder dazu zu bewegen, nur Kleidung zu tragen, die von tradionellen indischen Spinnrädern angefertigt waren, was eine Textil-Exportkrise in England auslöste. Letztlich hatte aber diese vorindustrielle Ausrichtung mit der Zukunft Indiens wenig zu tun. 4. Im Jahre 1930 initiierte Gandhi den Marsch gegen die britische Salzsteuer: 01 Das war zum Einen ein genialer Schachzug, der die Briten an einer unheimlich verwundbaren Stelle traf: Die Briten kassierten über eine unvorstellbare hohe Salzsteuer unheimlich ab. Das betraf jeden Inder – ob reich oder arm, ob Muslim oder Hindu. 02 Der Marsch begann in Gandhis Heimatdorf bei Ahmedabad (vom Sabarmati-Aschram) und führte an die Küste des Arabischen Meeres nach Dandi. Die Strecke war rund 385 Kilometer (240 Meilen) lang. Sie begannen mit weniger als 100 handverlesenen Anhängern und endeten mit mehreren zehntausend Menschen im Ziel, das führte aber zeitnah dazu, dass Millionen Inder begannen, selbst illegal Salz zu sieden. 03 Insgesamt wurden von den Briten landesweit rund 60.000 bis 90.000 Aktivisten inhaftiert (auf welcher justischen Basis?). Gandhi selbst wurde in der Nacht zum 5. Mai 1930 verhaftet. Er saß 9 Monate in Haft. 04 Der Grund für die Freilassung: Der britische Vizekönig Lord Irwin erkannte, dass er das Land ohne Gandhis Kooperation nicht mehr regieren konnte. Die Freilassung ebnete den Weg für den berühmten Gandhi-Irwin-Pakt im März 1931, bei dem die Briten der indischen Bevölkerung die private Salzherstellung erlauben mussten. 5. Mit dem Ausbruch von WW2 positionierten sich Gandhi (wie auch Nehru) zwar im Lager der Alliierten, aber im August 1942 rief Gandhi die Bewegung „Quit India“ aus.

(2.8.26) (tbc)


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