5. 1807-1851: Abolitionismus & Große Weltausstellung: 55-74:

1) Im Original heißt die Überschrift komplett: „Von der Abschaffung des Sklavenhandels zur Großen Weltausstellung in London, 1807-1851“. Solche sehr langen Überschriften sind wegen der (großspurigen) WordPress-Überschriftenvorformatierung graphisch ein Problem.

2) Was bedeuten die 2 historischen Eckpunkte: 1807 steht für das Jahr, in dem der Sklavenhandel in GB offiziell verboten wurde. Im Jahre 1851 fand eine bis dahin unbekannte Dimension von Weltausstellung statt.

3) Kurze Daten zur Geschichte des Abolitionismus: DK machte 1792 mit der Illegalisierung des Sklavenhandels den Anfang (stand aber nur für einen sehr kleinen Anteil/2%), es folgten GB 1807, NL 1814, Frankreich 1818, Brasilien folgte erst 1888.

4) Schiefe widersprüchliche Realitäten in der Welt der Sklaverei: 1: Für Entschädigungen wurden (in GB) unvergleichlich hohe Steuermittel freigemacht – aber nicht für die Sklaven sondern für die Sklavenhalter (denn deren „Eigentum“ war heilig)! 2: Wenn der Sklaventransfer über den Atlantik illegalisiert wurde, hieß das nicht, dass schon in Amerika befindliche Sklaven freikamen; dafür gab es in Jahrzehnten rechnende Übergangsfristen (wenn überhaupt). 3: GB drehte die Entwicklung so zu seinen Gunsten, als dass es die Royal Navy als transimperiale Anti-Sklaverei-Seepolizei einsetzte. Das verschlang nur relativ wenig Geld (2% des BIPs), verhalf aber zu völkerrechtlicher Autorität und moralischem Kapital (ein Grundsatzthema, das für die Zukunft der GB-Histo extreme Aufmerksamkeit erfordert).

5) Zur damaligen Sklaven-Szenerie: Auf der einen Seite gab es u.a. einige Philanthropen, darunter Quäker sowie „Vereine“ (societies), die gegen die Sklaverei ankämpften; freigekommene Sklaven schrieben ihre anklagenden Autobiographien. In der jungen USA-Verfassung waren Indigene und Sklaven kein Thema (57). Die Situation war unübersichtlich und sehr widersprüchlich.

6) Ein wichtiger tiefergehender Titel ist: Andreas Eckert (2024, 2. ergänzte Auflage, 128 S.): „Geschichte der Sklaverei. Von der Antike bis ins 21. Jahrhundert“. Fundierte Grundkenntnisse zu diesem Thema möchte ich als unverzichtbar bezeichnen. Bei nächster Gelegenheit werde ich das in meinen Blog einzubauen versuchen.

7) Das behördliche britische Interessenpendel schlägt zu Bengalen und Indien als Ganzem um. 1: Das britische Empire war vor allem ein Militär- und Kriegs-Empire eigener Art in Symbiose mit Freihandels- und Textil-imperialismus und in weiterer Symbiose mit „men on the spot“ vor Ort wie „gentlemanly capitalism“. 2: Für die Freihandelsideologie wurden im 19. Jahrhundert Millionen Hungertote (etwa in Irland wie in Indien) gewissenlos geopfert. 3: Indien kann große Integrationsleistungen (aber auch das Gegenteil) vorweisen: Die Parsen (aus Persien) schufen ein großes Wirtschaftsimperium in Indien (heute gibt es nicht mehr so viele Parsen). Bombay, seit 1995 Mumbai, war eine ungemein kosmopolitische Stadt, in der Juden, Hindus, Muslime Seite an Seite lebten; heute ist die Metropolregion (die Nr.-1-Metropolregion des Landes mit mehr als 20 Mio. Einwohnern) extrem polarisiert – in unvorstellbaren Reichtum versus unvorstellbare Armut von Millionen von Menschen. 4: Die britischen Einflußstrukturen sind nicht immer simpel greifbar und auf kurzem Raum auf den Begriff zu bringen: Dazu gehörten aber: Die Londoner City, ihre Börse, die Bank of England, Reedereien, große Handelshäuser, privatwirtschaftlich geführte Kompanien…

8) Das Phänomen der vielfach um 1800 entstandenen (britischen) Missionsgesellschaften: 1: Nach den aufreibenden (partiellen) Emanzipations-Vorstößen im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts in Europa schlug das Pendel zurück zu restaurativer Religiosität in vielerlei Formen, was Missionsgesellschaften (Kongregationalisten, Baptisten, Methodisten, Presbyterianer) ausnutzen konnten. 2: Im Gegensatz zu den USA, wo die Verfassung die Trennung von Kirche und Staat unterstrich, waren in GB die Missionsgesellschaften über die anglikanische Monarchie eingebettet, sie wurden ausdrücklich gefördert und erhielten starke finanzielle Hilfestellungen. 3: Die Missionare wurden in alle Teile des Empire – auch darüberhinaus – geschickt. Die Orientierng der Missionare bildete ein großes Spektrum von Agenten des Kolonialen über diverse Zwischenstufen bis hin zu Verteidigern der Sklavenemanzipation und der indigenen Rechte, so daß die Kolonialverwaltung mitunter den Zugang verwehrte. Die „Erfolgsquote“ war extrem unterschiedlich; wenig Erfolg hatten sie etwa in China, noch weniger in Südasien, wo sie eher religiöse Widerparts stärkten.

9) (Britischer) Siedlungskolonialismus am Beispiel Australiens, Neuseelands und Kanadas: 1: Bis in die 1820er-Jahre hinein hatte die Royal Navy ein Netz von über 150 Marinebasen global in Form von Inseln, Hafenstädten und kleineren Küstenregionen ausgebildet. Nun setzte eine gewisse Veränderung insofern ein, als die vorgenannten „weißen“ Siedlungskolonien im Zeitlupentempo in mehr als 100 Jahren ein stärkeres Eigengewicht ausbauen sollten. 2: Historischer Birdsview zu Australien: 1788 wurde New South Wales (1) ausgerufen, es folgten Tasmanien, Western und dann Süd-Australien, Victoria und Queensland (6) über den Zeitraum bis 1859; 1901 folgte die Vereinigung zum Commonwealth of Australia. Dann folgte ein langsamer Rechteabbau auf britischer und ein langsamer Rechtegewinn auf australischer Seite, der bis heute nicht abgeschlossen ist; Staatsoberhaupt ist aktuell König Charles III. Das Land bildet eine föderale parlamentarische Monarchie. Bei einer Fläche von 7,7 Mio. qkm sind 27 Mio. Einwohner, die zudem extrem in urbanen Zentren konzentriert sind, nicht viel. 2: Neuseeland wurde 1840 in das Empire eingefügt (0,27 Mio. qkm/5,1 Mio. Einwohner). 3: Kanada formierte sich 1867 zur einer Konföderation, deren Genese über gut 200 Jahre zurückreicht (bis heute ist das Staatsoberhaupt Charles III). 4: Für alle 3 (christlichen) Territorien waren Genozide an der indigenen Bevölkerung prägend – in Neufundland (Kanada), in Tasmanien und in Neuseeland (die Maori) – aber man gehörte ja zur „Anglo-World“, zu den Auserwählten und Höher- wenn nicht Höchst-stehenden.

10) Indien in der Schlußphase der EIC: 1: Laufzeit: Dem EIC verlieh Queen Elizabeth 1600 ein staatliches Monopol für den Handel mit „Ostindien„. Je stärker die britische Freihandelsbewegung späterhin im 19. Jahrhundert wurde, desto mehr geriet dieses Monopol von dieser Seite her unter Druck. Aber erst der indische Aufstand der „Sepoy“ besiegelte das Ende der EIC 1857. 2: In der Zwischenzeit hatte diese „private Company“ auf die indischen Herrschaftsverhältnisse größten Einfluß: 1. Zuerst könnte man den Briten https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_James_Napier nennen (1782-1853) nennen, der ein britischer General und eine längere Zeitlang Oberbefehlhshaber der Truppen der British-Ostindischen-„Handelsgesellschaft“ war. Als britischer militärischer Total-Abhängiger wirkte er in einer unglaublichen Zahl von globalen britischen Konflikten mit (obwohl er auch zahlreiche Verletzungen erlitt). 2. Sie werden sich vermutlich wundern, welche bekannten britischen historischen Figuren in die EIC ebenfalls involviert waren: 01 Napier hatte für das UK 1843 die südwest-indische Provinz Sindh (ohne Vorgesetztenmandat) erobert (gehört heute zu SO-Pakistan/Hauptstadt ist Karatschi). 02 1849 annektierte der damalige Generalgouverneur von British-Indien (Dalhousie) den Panjab (weiter nördlich). 03 Der Brite John Stuart Mill (1806-1873) (https://de.wikipedia.org/wiki/John_Stuart_Mill), der bis heute in diversen Kreisen hochgelobt wird, aber ein schwer vermittelbares Konglomerat verschiedenster Richtungsansichten vertrat, im Grunde ein europäistischer ideologischer „Traumtänzer“ war, arbeitete jedenfalls seit 1823 bei der EIC und stieg dort schnell in verantwortungsvolle Positionen auf. 04 Napier war übrigens gewissermaßen ein besonders extremes Beispiel für (negativen) britischen Militär-Internationalismus. Und der wurde einigen Briten bereits im zarten Kindesalter eingepflanzt, was an Sparta erinnert.

11) Westafrika: Fanti vs. Asanti: Divide et impera: 1: Afrika war im behandelten Zeitraum für die GB noch großenteils ein kolonialistisches Defizitgebiet – aber z.B. mit Ausnahme der Volksgruppen der Fanti (Küstenregion) und der Asanti (Hinterland) in den Sklaven-Dreieckshandel UK-Westafrika-Amerika grundlegend involviert. 2: GB unterstützte in diesem Konflikt zuerst den schwächeren, um sich aber in einem späteren Stadium gegen beide zu stellen. Alle beteiligten Parteien hatten vom Sklavenhandel stark profitiert – aber dann war das UK plötzlich angefangen, den Sklavenhandel (selektiv) zu bekämpfen (und alle Beteiligten standen unter Veränderungsdruck).

12) 1846 schafft die Tory-Regierung unter Peel die Korn-Gesetze ab und markierte damit den entscheidenden Übergang zum „GB-Freihandel“: 1: Die Korn-Gesetze waren der britischen Landaristokratie entgegengesetzt, und deren Abschaffung führten zur Spaltung der „Tory-Bewegung“. 2: Kanada war einer von denjenigen Mächten, die von dieser Änderung extrem profitieren konnten und profitierten.

13) Was passionierte in Kanada bis zum Jahre 1867 (British North America Act): 1: Die Situation in den kanadischen Territorien war in mehrerlei Hinsicht heikel: Es gab Tendenzen in den USA, weiter nach Norden auszugreifen. Die Widersprüche zwischen den Anglo- und den Franco-Kanadiern erschienen als un- bis schwer-lösbar. Es gab separatistische Rebellionen (unter Papineau in Montreal/1837 – er war mehr ein frankokanadischer Nationalist – sowie unter Mackenzie in Toronto/1838 – er wurde zu einem „US-Jacksonian democrat“?). 2: Der UK-Abgesandte Lord Durham erkannte, dass sich die Kolonialmacht zu einer gelockerteren Position gegenüber ihrer Kolonie durchringen mußte, um ein 2. „1776“ zu vermeiden. Der Durham-Report (1839) justierte eine neue Symbiose aus Krone sowie teils nominierter, teils gewählter Legislative, der das Prinzip des „responsible government“ enthielt und der als neue „Magna Carta“ des britischen Empire gefeiert wurde, die Interessen der Franco-Kanadier aber überging. Dieser Teil war nicht zukunftsfähig. 3: Mit der Gründung von Kanada 1867 kam es zu einer Art neuen „halbkolonialen“ Qualität.

14) Hafenstädtekultur im Britischen Empire (72): 1: Stuchtey führt zuerst 9 Beispiele an, nämlich Kapstadt, Kuala Lumpur und Kalkutta; Boston, Bridgetown (Barbados) und Bombay; Dublin, Liverpool und Glasgow. 2: Diese Hafenstädte verbinden reichlich strukturelle Gemeinsamkeiten, die oft bis in die Gegenwart fortwirken, wie z.B.: Ein ähnliches architektonisches Gewebe mit Zollämtern, Gouverneurspalästen, Kirchen, Bahnhöfen, Denkmälern usf. Es waren (und sind) Kontakt- und Kultur-räume zwischen Land und Meer. 3: Es waren Räume für die globalen Lebenswelten der Seeleute und anderer Hafenstädte-spezifischer Gruppen. Sie wurden normalerweise als Räume von Segregation angelegt. Sie waren auch Räume für Rohstoffhandel, des Schmuggels (Waffen und Drogen), für Menschenhandel und Prostitution. Sowohl in Sachen Kosmopolitismus wie auch Migration spielen sie gewöhnlich eine erstrangige Rolle.

15) Das Britische Empire und China (im 19. Jahrhundert): 1: Opiumschiffe der EIC, die zwischen Kalkutta und Kanton (Guangzhou) verkehrten, lieferten allein im Jahre 1820 fast 425 000 Opiumkisten; auf dem Rückweg transportierten sie Tee für den britischen Markt. 2: Die 2 Opiumkriege (1839-1842 und 1856-1860) waren geführt worden, um Chinas Öffnung für den britischen Außenhandel zu erzwingen und das Defizit zu senken, das durch den chinesischen Export von Seide, Tee und Porzellan entstanden war und vor allem durch Silberlieferungen nur teilweise gedeckt werden konnte. 3: Hat die chinesische Seite jemals in freier Weise einem solchen gigantischen Opiumimport zugestimmt? Das war nicht der Fall. Opium war in China seit 1729 offiziell verboten. In der 1. Phase (bis 1839) schmuggelte die EIC über Mittelsmänner ungestraft trotzdem das Opium nach China. In der 2. Phase (ab 1839) begann China seine Anti-Drogen-Gesetze mit staatlicher Macht durchzusetzen. Die Antwort der Briten war der 1. Opiumkrieg. GB war damals die stärkste Militärmacht weltweit und war technisch z.B. mit Kanonenbooten („Kanonenbootpolitik“) haushoch überlegen, was die Briten skrupellos ausnutzten. Im Ergebnis des 2. Opiumkriegs gingen die Briten (diesmal zusammen mit den Franzosen) noch weiter. Folgende Details sollten nicht verschwiegen werden: Im Jahre 1860 kam eine 39köpfige britische Delegation in die Region von Beijing, um die verschärften „Ungleichen Verträge“ (das war sehr „zärtlich“ ausgedrückt), die man treffender als terroristische Verträge bezeichnen sollte, von der chinesischen Seite unterzeichnen zu lassen. Diese Delegation wurde von der chinesischen Seite inhaftiert und schwer gefoltert, wobei 20 Briten den Tod fanden. Darauf reagierte die britische Seite (unter Lord Elgin) mit der Plünderung und Vernichtung des kaiserlichen Sommerpalastes, eines einmaligen globalen Kulturerbes. 4: Das Treaty-Port-System: Der sachliche Gegenstand der Verträge waren hauptsächlich „treaty ports“, zuerst nur Hongkong – die Zahl der treaty ports wurde dann ausgeweitet wie auch das zugeordnete Territorium in Hongkong und Umgegend ausgeweitet wurde. Noch bis 1910 war China gezwungen, jährlich Opium im Wert von 7,5 Millionen Pfund aus Indien zu importieren. 1920 besaß Hongkong den drittgrößten Hafen im Empire. 5: Marx spottete darüber, dass die Briten mit der Bibel in der einen und dem Opium in der anderen Hand auftraten. Er nannte es absurd, dass ein Land, das sich als zivilisiert bezeichnete, einen Krieg führte, um das Recht zu erzwingen, Drogen an ein anderes Volk zu verkaufen. 6: Amitar Ghosh hat in einer lesenswerten Roman-Trilogie (2008-2015) diese Opium-Aktivitäten der EIC zwischen Indien, China und Mauritius (einer Inselgruppe vor der südafrikanischen Ostküste) literarisch gewürdigt. 7: Eine angemessene Entschädigung wird von dem System, in dem wir leben, hier wie auch vielerorts, verweigert (sie hatten sich selber in unvorstellbarer Weise die Taschen vollgesteckt ohne jemals zurückzugeben).

16) Londoner, britische und globale Verhältnisse: 1: Im Zeitraum 1790-1868 werden mehr als 160 000 britische Stafgefangene nach Australien verschifft. Wie fühlte sich das in GB und in Australien an? 2: Ceylon (seit 1972 Sri Lanka), eine Insel etwas kleiner als Bayern unmittelbar vor der Küste von SO-Indien in Äquatornähe gelegen, fiel unter die Kolonialherrschaft der Portugiesen (1518+), der Niederländer (165x+) sowie der Briten (1796+). Ab 1826 wurde hier der Kaffeeanbau eingeführt, nachdem dieser durch das Verbot der Sklaverei auf den westindischen Inseln nicht mehr lukrativ genug war und das Sklaverei-Nachfolgesystem „Kontraktarbeit“ angewendet. Die Kontraktarbeiter wohnten nicht vor Ort, sondern wurden hergeholt, etwa von Indien nach Ceylon und starben zu Zehntausenden. Der faktische Unterschied zu Sklavereiverhältnissen mag gering oder auch (mitunter) gar nicht vorhanden gewesen sein, aber im Kontrakt gab es einen Vertragszeitraum, z.B. 5 Jahre, und einen (geringen) Lohn u.a. 3: 1848, im Jahr der Revolution, wurden britische Revolutionäre nach Australien und via Kapkolonie verschickt. (Die Kontingente waren wesentlich kleiner als bei den gleichzeitig verschickten Sträflingen.) 4: The Great Exhibition in London (1851+): 1. Im Internet können sie in größter (vierstelliger) Zahl Fotos zu dieser Ausstellung finden. 2. Die Güter der Welt wurden wie Heiligtümer der neuen Zeit gegliedert in 30 Abteilungen präsentiert. Nichtbritisch-europäische und außereuropäische Aussteller mußten sich allerdings auf dem Riesengelände mit wenigen Quadratmetern Ausstellungsfläche zufrieden geben, GB und das Empire hatte absoluten Vorrang. Der GB-Imperialismus ließ sich feiern. 3. Privativismus: Der übliche GB-Fetisch spielte eine dominante Rolle, dass fast alles auf privater Initiative beruhte (dem Gemahl der Königin und seinem Umfeld), ohne Staat, und trotzdem horrende Einnahmen generierte. 5: Die britische Institutionengeschichte ist öfters inkohärent. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Administration des Colonial Office mit 5 Abteilungen (General, North America, West Indies, Australia, Africa/Mediterranean) zunehmend professionalisiert. Seit 1854 gab es einen Colonial Secretary (bis 1966), in dem die Zahl der Beamten (in London vor Ort) auf Minimal-Niveau gehalten wurde: 1812 17, 1849 29, 1900 33 (erst post WW1 mehr als 430). Es entsprach dem Idealbild von der schlanken kostengünstigen britischen Einrichtung (für die British Navy galt allerdings das Gegenteil: Oft hatte sie Beschäftigungszahlen im sechsstelligen Bereich, in der Summe im Millionenbereich). 6: Die Wissenschaften Anthropologie und Ethnologie nahmen im 19. Jahrhundert einen weiteren Aufstieg, kompromittierten sich aber nicht selten durch ihre vielfache Beziehung zu imperialer Macht, Kolonialismus und zur Rassenlehre.

(19.4.26) (26.4.26)


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