„Das ist ein absolut klassisches Aha-Erlebnis im modernen WordPress, und es ist völlig verständlich, dass du darüber stolperst. Die beiden Standardwerke von Peter Müller („Einstieg in WordPress“) und das „Umfassende Handbuch“ (Rheinwerk Verlag) sind zwar fantastisch, hinken aber bei diesem ganz speziellen, tiefen Generationswechsel von WordPress manchmal strukturell hinterher.
Lass uns das Rätsel Schritt für Schritt auflösen. Keine Sorge: Deine Arbeit ist nicht weg – sie klebt nur am falschen Ort.
1. Das Löschen der alten Themes: Eine hervorragende Idee!
Ja, das war eine sehr gute Entscheidung. Unbenutzte Themes sind das Sicherheitsrisiko Nummer eins in WordPress, weil sie oft nicht aktualisiert werden und Hackern als Hintertür dienen. Zudem fressen sie unnötigen Speicherplatz. Dass du nur noch Twenty Twenty-Four (TT4) und Twenty Twenty-Five (TT5) installiert hast, ist perfekt.
2. Warum war TT4 aktiv, obwohl du dachtest, du arbeitest mit TT5?
Wenn man WordPress neu installiert oder ein großes Update macht, installiert WordPress das neueste Theme (Twenty Twenty-Five) oft automatisch im Hintergrund mit. Es wird aber nicht automatisch aktiviert.
Da du in der Vergangenheit an deiner Website gearbeitet hast, lief im Hintergrund einfach dein bisheriges Theme (TT4) weiter. Da sich die beiden Themes optisch und technisch extrem ähneln, merkt man den Unterschied im Dashboard oft erst, wenn man explizit unter Design > Themes nachschaut.
3. Das große Rätsel: Warum verschwinden deine Inhalte beim Wechsel auf TT5?
Hier liegt der Kern deines Problems, den die Lehrbücher oft nicht plastisch genug erklären. Wir müssen strikt zwischen zwei Arten von Inhalten in WordPress unterscheiden:
Typ A: Reine Inhalte (Immer sichtbar)
Das sind deine normalen Seiten (z.B. „Impressum“, „Über uns“) und deine Beiträge (Blogartikel). Diese Daten liegen in der WordPress-Datenbank. Wenn du das Theme wechselst, bleiben diese Seiten zu 100 % erhalten.
Typ B: Design-Inhalte / Templates (Theme-gebunden)
Twenty Twenty-Four und Twenty Twenty-Five sind sogenannte Block-Themes (Full Site Editing). Bei diesen modernen Themes baust du deine Startseite, deine Kopfzeile (Header) und deine Fußzeile (Footer) direkt im Website-Editor (Design > Editor).
Und genau hier liegt die Falle:
- Alles, was du im Editor von Twenty Twenty-Four gestaltet hast (die Anordnung der Blöcke auf der Startseite, dein Logo im Header, das Layout), wird direkt in den Dateien des Themes TT4 gespeichert.
- Wenn du nun auf Twenty Twenty-Five umschaltest, sucht WordPress nach den Layout-Dateien von TT5. TT5 weiß aber absolut nichts von den Design-Anpassungen, die du drüben in TT4 gemacht hast.
- Das Ergebnis: TT5 zeigt dir seine eigene, leere Standard-Startseite. Deine mühsam gebauten Inhalte aus dem TT4-Editor scheinen „weg“ zu sein. Sie sind aber nur unsichtbar, weil sie im inaktiven TT4-Ordner schlummern. Deshalb funktionierte auch die Rückkehr zu TT4 sofort wieder.
Wie gehst du jetzt am besten vor?
Da du gezwungen warst, zu Twenty Twenty-Four zurückzukehren, bleibe erst einmal dort. Es gibt absolut keinen Grund zur Eile, auf TT5 zu wechseln.Twenty Twenty-Four ist ein hochmodernes, stabiles und hervorragendes Theme, das noch jahrelang unterstützt wird.
Ein Wechsel von einem Block-Theme zum nächsten bedeutet bei WordPress heute leider fast immer, dass man das Layout der Startseite, des Headers und des Footers im neuen Theme neu aufbauen muss.
Möchtest du, dass wir gemeinsam eine Strategie erarbeiten, wie du deine Inhalte von TT4 zu TT5 rüberkopieren kannst, ohne dass etwas verloren geht, oder möchtest du erst einmal verstehen, wie du in Twenty Twenty-Four deine aktuelle Seite sicher verwaltest?“
(19.7.26)
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