1) Nach 1945 begann die intensive Phase der eigentlichen Dekolonisation. Innerhalb von 3+ Jahrzehnten verschwanden die meisten Kolonien in Asien, Afrika und der Karibik. In dem Buch wird dieses Kapitel in 5 Abschnitte unterteilt: I) Südasien II) Südostasien III) Naher Osten, Nordafrika und Mittelmeer IV) Subsaharisches Afrika V) Späte Dekolonisationen. Ich habe noch Unter-Abschnitte gebildet (z.B. Indien und Ceylon für Südasien), was aber deutlich in den zweistelligen Bereich führt. Wie soll ich so viele Unter-Abschnitte auf meinem gewohnt kurzen Raum unterbringen? In diesem Kapitel war es besonders schwer; meine Lösung besteht darin, reichlich Unter-Abschnitte selektiv wegzulassen (kaufen Sie bitte auch das Buch selber). Trotzdem kommt auf jeden Fall eine höhergradige komparative Vielfalt heraus.
2) Indien: WW2 und die Unabhängigkeit 1947:
1: Dies ist im Rahmen der Kolonialismus- und Dekolonisations-forschung ein gewaltiges Subthema, das herausgehobener Beachtung bedarf. Dazu werde ich zusätzliche Hilfe in Gestalt des Buches von Jürgen Lütt (2012): „Das moderne Indien 1498-2004“ einholen, die an dieser Stelle sehr kurz gehalten wird (in Zukunft an anderer Stelle aber ausführlicher behandelt werden könnte).
2: Hinzukommt dass die Geschichte des indischen Subkontinents (besonders in diesem Zeitraum) die Vorstellungskräfte fast aller Personen ungeahnt grenzwertig herausfordert.
3: Die Träger der indischen Nationalbewegung gehörten einer „middle class“ an (höhere Beamte, Richter und Anwälte, Akademiker usw.), die stark im britisch-englischen Sinne verwestlicht waren. Viele Führer von ihnen (Gandhi, Nehru, Jinnah usf.) hatten sogar in England studiert (revolutionäre „Bauernpropheten“ waren nicht darunter). Aus Londoner Sicht mochten sie als „mikroskopische Minderheit“, aus linker Sicht als „Kollaborateure“ erscheinen. Grundsätzlich hielten sie auch nach der Unabhängigkeit 1947 (im Unterschied zu fast allen anderen Kolonien) an der (engen) Bindung zur politischen Kultur GBs fest.
4: Überbacken wurde alles durch die Inszenierung des Glanzes einer einzigartigen euroasiatischen Doppelmonarchie (UK + Indien).
5: Als der WW2 am 1.9.39 ausbrach, erklärte der britische Vizekönig Mountbatton zeitnah ohne Rücksprache mit der indischen Seite, geschweige mit der indischen Bevölkerung, also ohne einen Atom „Demokratie“, den Kriegseintritt Indiens auf Seite der Alliierten.
6: Als INC-Reaktion traten deren Mitglieder von ihren Posten zurück. 1942 befürworteten viele von ihnen die antikoloniale Initiative von Gandhi „Quit India„. Daraufhin wurden in großem Maßstab Mitglieder des INC ins Gefängnis geworfen – und die Kolonialisten konnten das 1942 noch tun.
7: Gleichzeitig gelang es bis Kriegsende, eine indische Armee mit bis zu 2,5 Millionen Soldaten (unter britischem Kommando) aufzubauen, die an vielen Stellen interkontinental eingesetzt wurde, einen immer schwieriger zu kontrollierenden Machtfaktor darstellte, der auch zur hohen Verschuldung des Empire bei Indien beitrug.
8: Die „Winds of Change“ wurden in den nächsten Jahren, besonders ab 1945, zu einer Art Tsunami, die absehbar die britische Herrschaft in Indien wegspülen würden. Ein Element verkomplizierte fundamental die Lage – und zwar sind das diejenigen Kräfte, die in dieser Konstellation für die unmittelbare Bildung des Muslimstaates Pakistan mobil machten. Diese Entwicklung bekam ein unaufhaltsames Momentum – obwohl z.B. Gandhi sich dagegen stemmte. Wer hier für welche Verantwortlichkeiten gerade stehen müßte, ist ein sehr wichtiges, aber kontrovers diskutiertes Thema, das in dieser Kurzfassung übergangen werden muß.
9: Tatsache ist, dass die Umsiedlungs- oder Vertreibungs-prozesse der Muslims in Richtung Pakistan sowie der Hindus in Gegenrichtung eines der größten Desaster des 20. Jahrhunderts darstellen, die Schätzungen der Opferzahlen reichen von 0,2 bis 2 Millionen, oft werden 1 Million angenommen.
10: Das British Empire verlor 1947 mit der indischen Unabhängigkeit 388 Millionen Untertanen, quasi die Hälfte des Empire (blieb aber trotzdem noch der größte Kolonienbesitzer, aber das Weltreich wurde merklich ausgedünnt).
3) Ceylon 1948: Musterfall eines geglückten britischen transfer of power? 1: Ceylon-Elementaria: Die Insel ist so groß wie Lettland oder Bayern, von der Bevölkerungszahl im Vergleich zu Indien ein Zwergstaat, zu der SO-Küste Indiens wie auch zum Äquator in nahem Abstand gelegen. Auf dem Schiffsweg von Europa nach Fernasien (und zurück) hatte es größere strategische Bedeutung und verschiedene Kolonialisten haben die Insel beherrscht, zuletzt die britischen. 2: Die Insel (seit 1972 Sri Lanka) wurde als britische Kronkolonie stets separat von Indien verwaltet und war gesellschaftlich wie kulturell ein Land ganz anderer Art. In der Bevölkerungsmehrheit der Singhalesen spielte der Buddhismus eine große Rolle; deren buddhistischer Klerus entwickelte keine Kolonialismus-kritische Intellektuellenschicht. Wie in Indien gab es einen starken anglisierten Einschlag: Hier war das alliierte Hauptquartier im Kampf gegen Japan in WW2. Kulturell anglisierte Großgrundbesitzer und Plantagenunternehmer dominierten das Land (und bildeten eine „ideale Kollaborationselite“), der London 1948 ohne Bedenken die Souveränität übertrug, zumal extensive britische Stützpunktrechte garantiert worden waren. Natürlich spielte dabei auf Seiten Sri Lankas auch der indische Goliath vor der Nase eine Rolle, dem man lieber nicht alleine gegenüberstehen wollte.
4) Die Philippinen: 1: Philippinen-Elementaria: Indien ist ein „Subkontinent“, Ceylon eine Insel und die Philipinen sind ein Archipel (in SO-Asien). Sein Territorium liegt (quasi netto) in der Größenordnung der BRD – aber wenn man die ozeanischen Interims-Gebiete einrechnet – natürlich (brutto) in weitaus höherer Dimension. Wegen des starken Archipelcharakters ist die nächste Küste immer nah (Maritimismus) – das Klima ist (nicht weit nördlich vom Äquator entfernt) tropisch, in höheren Lagen subtropisch. In der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts begann die spanische Kolonialisierung. Der spanische Fußabdruck war nicht wenig folgenreich: Heute liegt hier der einzige Fall einer katholischen Bevölkerungsmehrheit (80+ %) (neben Ost-Timor) in Asien vor. Nach einer kurzen Phase der philippinischen Unabhängigkeit Ende des 19. Jahrhunderts, die gewöhnlich aus der (imperialen) historischen Wahrnehmung ausgeblendet und auch weder von der alten (spanischen) noch der neuen (US-)Kolonialmacht anerkannt wurde, übernahmen die USA das Kommando. 2: Die USA legten immerhin Wert darauf, sich zumindestens teilweise von der europäischen Kolonisation positiv abzusetzen. Erstmal eroberten sie in verlustreichen Kämpfen die Nord-Philippinen von den Japanern zurück. Sie können daher nicht als parasitäre Nutznießer des japanischen Zusammenbruchs (wie die Niederländer, Franzosen und Briten) angesprochen werden. Ein späterer „kommunistischer Aufstand“ (57) ist kaum kommentierbar, da belastbare nähere Angaben und Quellen fehlen. Die USA hatten den Philippinen schon 1916 die Unabhängigkeit grundsätzlich eindeutig versprochen und dafür 1935 eine 10-Jahres-Frist verkündet. Da kam die japanische Invasion dazwischen, aber am 4.7.46 wurden sie tatsächlich unabhängig. 3: Das postkoloniale Regime der Philippinen wurde zum südlichen Anker der US-Stützpunktsysteme als Ergänzung zur nördlichen Bastion Japan. Die USA pachteten große Militärbasen für 99 Jahre. 4: Irgendwie gab es nicht zu unterschätzende strukturelle Affinitäten zwischen dem weitgehend sub-dynamischen Charakter des 2. großen asiatischen Riesen Indien (neben China), den (tendenziell) buddhistischen weniger ambitionierten Kräften auf Ceylon sowie der katholischen US-Koalition auf den Philippinen. 5: Das Nachsehen hatte die bäuerliche Bevölkerung, die hier nicht das bekam, was sie in Korea und Taiwan bekommen hatte: Eine lebenswichtige Landreform. Das Element der sozialen Revolution war hier am schwächsten, am unteren Level verortet.
5) Indonesien: 1: Indonesien-Elementaria: S. https://de.wikipedia.org/wiki/Indonesien. Das Land (gelegen in SO-Asien) ist der weltweit größte Inselstaat (1,9 Mio. qkm) und erstreckt sich nördlich und südlich des Äquators. Mit einer Bevölkerung von mehr als 280 Millionen wird das Land nur von Indien, China und den USA übertroffen. Es gibt mehr als 300 unterschiedliche Volksgruppen. Es gibt einen kleinen Kanon von erlaubten Religionen, 87 % der Bevölkerung sind Muslime. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt auf der Insel Java (0,12 Mio. qkm). Staatswahlspruch ist „Einheit in Vielfalt“. 2: Historischer Grundriß (ab 1945): Am 15.8.45 erklärte Japan´s Hirohito den „Erlass über das Kriegsende“, am 17.8.45 erklärte Sukarno die Unabhängigkeit einer Republik Indonesien, die allerdings von der „zuständigen“ Kolonialmacht NL nicht anerkannt wurde. Den Haag versuchte in 2 Invasionsschüben (ab 7/47 und 12/48) (entgegen britischen Ratschlägen) das Blatt militärisch zu wenden, was aber letztlich scheiterte. 49/50 zog das NL-Militär aus Indonesien ab. Das Kalkül, leicht schwache asiatische Feinde besiegen zu können, hatte sich als falsch erwiesen. 3: In Indonesien war eine nationale Identität in viel geringerem Umfang entwickelt als etwa in Vietnam oder Birma. Ähnlich wie die Idee „Pakistan“, formierte sich die Idee „Indonesien“ erst während der 1940er Jahre. Umso erstaunlicher ist es, dass ab 1950 in diesem unübertrefflichen Insel-Puzzle ein relativ stabiler unitarischer Staat geschaffen werden konnte (wo vieles für eine föderale Konstruktion zu sprechen schien).
6) Vietnam: 1: Vietnam-Elementaria: Das Land ist ein auffällig langgezogener, aber schmaler Küstenstaat (1650 km vom Nord- bis zum Süd-ende, an seiner schmalsten Stelle nur 50 km breit), der die gesamte östliche Festlandsküste-SO-Asiens abdeckt. In der nördlichen Hälfte herrschen subtropisches, in der südlichen Hälfte tropisches Klima vor. Die Geographie wird auch als „Bambusstange mit 2 Reisschalen“ beschrieben. Die Reisschalen symbolisieren die breiteren fruchtbaren Flussgebiete im Norden (Roter Fluß) und im Süden (Mekong). Die Landesfläche ist etwas kleiner als die der BRD, die Einwohnerzahl hat kürzlich die Zahl von 100 Millionen überschritten. 2: Historischer Grundriß (ab 1945): Ho Chi Minh proklamierte am 2.9.45 die Demokratische Republik Vietnam. Frankreich intervenierte in Vietnam in einem viel größeren Umfang als NL in Indonesien. Das führte zum Indochinakrieg, dessen 1. Phase bis 1954 dauerte; Frankreich ließ Chancen auf disengagement verstreichen und setzte auf den militärischen Sieg; im Unterschied zu allen anderen Dekolonisationskriegen kam es tatsächlich zu einer Entscheidung auf dem Schlachtfeld (Dien Bien Phu), allerdings zuungunsten der Kolonialmacht. Vietnam wurde in der Mitte geteilt. Es kam zu dem seltsamen Vorgang, dass die geschlagene Kolonialmacht Frankreich an die Kolonialmacht USA übergab (ein besonderer transfer of power). Die USA gerieten völlig außer Rand und Band (und wurden dabei zu einem anderen Staat): Enorme Ressourcen wurden mobilisiert, Vietnam und Anrainerstaaten wurden zusammengebombt und biologisch und chemisch langfristig vergiftet, die Zahl der toten Menschenleben wird (summa summarum) auf mehrere Millionen geschätzt. Aber auch dieses nachgeschobene Imperium hatte 1975 den Kampf in der Hauptsache verloren. Vietnam hatte bis zu seiner Unabhängigkeit ungleich mehr kämpfen müssen und 30 Jahre länger als andere gebraucht.
7) Ägypten – Sudan – Suez-Kanal: 1: Wir bewegen uns jetzt erstmals in der Rubrik „III) Naher Osten, Nordafrika und Mittelmeer“. 2: Meine komprimierte Darstellung ist in 3 Teile gegliedert: 1. Striche zur Kolonialgeschichte Ägyptens (1882+). Dabei geht es vor allem um das sichtbare und unsichtbare Spektrum der britischen Kolonialpolitik am Beispiel Ägyptens in mehr als einem halben Jahrhundert. 2. Um den Offiziersputsch in Ägypten unter Nasser (1952), der der kolonialen Monarchie ein Ende setzte. 3. Um den Suez-Kanal (1869 eröffnet) – im Streit zwischen national-ägyptischen und äußeren imperialen Interessen. 3: Zu 1.: Ägypten spielte in den britischen strategischen Überlegungen eine Schlüsselrolle. Folgende Herrschafts-Methodiken wurden etwa angewandt: 01 Militärische Besetzung (1882). 02 Verschleiertes Protektorat, das de facto vom britischen Generalkonsuln regiert wird (1883+). 03 Korrumpierung: Das UK arrangiert ein „Kondominium“, in dem UK und Ägypten gemeinsam den Sudan regieren sollen (1898). 04 Die britische Regierung setzt eine neu geschaffene Monarchie ein und erklärt das Land für „unabhängig“ (1922). Schlüssel-Herrschaftsbereiche bleiben unter britischer Kontrolle. 05 (Offenes) Protektorat (1939). 06 Der König wird mit Waffengewalt zur Einsetzung eines probritischen Premiers gezwungen (1942). 4: Zu 2. und 3.: 01 Die Zeiten waren 1952 inzwischen viel stärker von antikolonialen Stimmungen geprägt und Nasser galt als deren Förderer und eine Basis (auch in Sachen Algerien) dafür. Bei einigen Problemen konnten Kompromisse gefunden werden, der Streit um den Suez-Kanal eskalierte aber dramatisch. Am 26.7.56 verkündete Nasser die Verstaatlichung der Suezkanal-Verwaltungsgesellschaft, deren Haupteigner der britische Staat war. 02 In geheimen Planungen bereiteten das UK, Frankreich und Israel (!) Militärschläge vor, die weniger auf die Wiederherstellung der Suezkanal-Kompanie als auf den Sturz Nassers abzuzielen schienen. Die Inszenierung lief so: Zuerst drangen israelische Truppen in ägyptisches Territorium vor (29.10.45), 2 Tage später bombardierten GB und Frankreich als „Vermittler“ ägyptische Militärflughäfen und begannen die Suezkanalzone zu besetzen. 03 Dagegen regte sich internationaler Widerstand: In der UNO kam es zu Protesten (z.B. durch Indien), auch die nichtinformierten USA positionierten sich dagegen. 04 Am 7.11.45 stellten die Kolonialisten ihre Kampfhandlungen ein, Anfang 12/45 begann der Truppenrückzug. 05 Die Autoren stufen diese Ereignisse in 4erlei Hinsicht ein: 1: Als neuen Schub für die Dekolonisationsbewegung. Noch weitere Monarchien wurden in der Folge durch einen Militärputsch beendet (z.B. im Irak und in Libyen). 2: Das legte die stark reduzierten Handlungsspielräume der europäischen Kolonialmächte offen. Fortan galt bracchiales, nicht international abgestimmtes imperialistisches Verhalten für unklug. 3: Das war nicht das Ende der militärischen Gewalt des UK und Frankreichs (Algerien, Kenia, Zypern, Aden sind Gegenbeispiele). 4: Eine dauerhafte Belastung der Beziehungen der USA zu UK und Frankreich trat nicht ein.
8) Algerien und Frankreich: 1: In Algerien entfaltete sich Frankreichs schwerste koloniale Krise. Mit weit mehr als einer Million Soldaten im Einsatz, rund 25 000 gefallenen Franzosen und circa 400 000 getöteten Algeriern bildeten die Kampfhandlungen zwischen dem 1.11.54 und dem Waffenstillstand vom 19.3.62 den weltweit größten Dekolonisationskrieg (68). 2: Das ab 1830 eroberte Land galt nicht nur als Frankreichs wichtigste Kolonie im 19. und 20. Jahrhundert, sondern wurde als integraler Bestandteil des Staatsterritoriums inszeniert. 3: Algerien bildete mit Südafrika die größte Siedlungskolonie auf afrikanischem Boden. Es handelte sich 1954 um fast eine Million Europäer, die das politische Leben vor Ort dominierten und in Frankreich durch eine laute und reformunwillige Lobby vertreten waren. 4: Die algerische Nationalbewegung gestaltete sich nicht so mindest-einheitlich wie anderswo (z.B. in Tunesien), sondern hatte mit inneren Blockaden zu kämpfen. Ab dem 1.11.54 trat die FLN (Front de Liberation National) mit einer Anschlagsserie hervor. 5: Die französische Kriegführung: Die französische Seite verhielt sich nicht „Ausweg-orientiert“. Ab dem 8.5.45 kam es zum Massakker von Sétif (https://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_S%C3%A9tif) – mit Tausenden oder sogar Zig-Tausenden von Toten, ein Bezugspunkt für den 1954 ausbrechenden Algerienkrieg. Die französische Seite reagierte auf Anschläge brutal und ungezielt und trieb so die Algerier zusätzlich in die Arme der FLN. Die französische Armee konnte sich auf ein Notstandsregime stützen, systematisch Folter anwenden, umfangreiche Internierungen und Umsiedlungen vornehmen; am Ende des Kriegs lebten 2 Millionen Algerier in Umsiedlungslagern (also gut 1/4 der Gesamtbevölkerung). 6: 1 Sieg, 2 Niederlagen: Die französische Seite konnte den Kampf um den Guerillakrieg gewinnen, verlor aber sowohl den Kampf gegen die politisch-administrativen Organisationsformen der FLN als auch auch den diplomatischen Krieg um die Weltöffentlichkeit. Typischer sind wahrscheinlich die vielen Frontlinien, die beide Lager partitionierten. 7: Am 5.7.62 wurde offiziell die Unabhängigkeit Algeriens proklamiert.
(26.11.25)
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