343-351: 1. Huawei wurde 1987 von Ren Zhangfei (1944+/RZ) in Shenzhen (SZ) gegründet. SZ – mit gemeinsamer Grenze zu Hongkong – wuchs von ca. 3000 Einwohnern 1950 auf 17,56 Millionen 2020 (drittgrößte Stadt Chinas nach Beijing und Shanghai) an, 1987 war die Stadt auf dem Weg zur Millionenstadt. Grund für das extrem schnelle Bevölkerungswachstum war der Status als Sonderwirtschaftszone (1980+). SZ ist Teil des Perlflussdelta-Ballungsraums mit über 45 Millionen Einwohnern. 2. RZ begann mit dem Import von Telekommunikationsschaltern aus Hongkong, entschloß sich dann, sie selber zu bauen. Telekommunikationsausrüstung wurde zu einem großen Standbein von Huawei. Miller sieht Huawei, die z.B. auch Unterwasser-Glasfaserkabel bauen, als einen Mischkonzern vom Typus Samsung (oder Sony), die 3 Strategien verfolgen: I) Intensive einheimische Politikbeziehungen. II) Identifizieren von ausländischen Produkten, die man in China bei gleicher Qualität zu niedrigeren Preisen nachbauen könnte. III) Es mit der globalen Konkurrenz aktiv aufnehmen. Huawei unterscheidet sich damit von chinesischen Firmen wie Alibaba oder Tencent, die mehr auf dem chinesischen Binnenmarkt festgewachsen zu sein scheinen. 3. Heute ist Huawei der Weltmarktführer bei den Anbietern von Netzwerktechnik im Bereich Mobilfunk (Basistationen) mit einem Anteil von 30% (2021); Ericsson (Schweden/23,5%) und Nokia (Finnland/20%) belegen die Plätze 2 und 3 (nach Statista). 4. Sein jährliches F&E-Budget (Forschung&Entwicklung) von rund 15 Milliarden Dollar wird nur von einer Handvoll Firmen erreicht (Google, Amazon, Merck, Daimler oder VW). 5. Nachdem Huawei die Infrastruktur für das Telefonieren bereitgestellt hatte, stieg es auch in den Verkauf von Telefonen ein. 2019 lag die Marke nach der Zahl verkaufter Geräte bereits auf Platz 2 hinter Samsung. 6. Ein Schwachpunkt war die Versorgung mit den so wichtigen Halbleitern, auf die jedes Smartphone angewiesen ist. Aber bereits 2011 nahmen die Aktivitäten im Bereich Chipdesign an Fahrt auf. Huawei identifizierte späterhin die 250 (!) wichtigsten Halbleiter, die für seine Produkte benötigt wurden und begann, möglichst viele selbst zu entwickeln. Ende der 2010er-Jahre entwickelte HiSilicon, eine Tochtergesellschaft von Huawei, einige der weltweit komplexesten Chips für Smartphones und war zum zweitgrößten Kunden von TSMC geworden.
(9.7.25)
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