Intro zu B. Stuchtey: Geschichte des Britischen Empire

1) Konzeptionelles: Nachdem ich am 3.1.26 den letzten Teil meiner komprimierenden Reihe zu Osterhammel/Jansen: Kolonialismus (2021) und zu Jansen/Osterhammel: Dekolonisation (2025) in diesem Blog hochgeladen hatte, stellte sich die Frage nach meinem historischen Anschlußprojekt. Ein Konzeptemangel ist nicht aufgetreten. Schlußendlich habe ich mich für die vorgenannte „Geschichte des Britischen Empire“ entschieden. Eine strategische Grundüberlegung dabei war, dass diese Arbeiten auch die Rolle einer gründlichen Vorbereitung auf das noch wichtigere und aktuellere Thema „Geschichte des US-Empires“ spielen können. Da Osterhammel und Jansen auch schon in ihrem Rahmen das Thema behandelt haben, bin ich mit einer gewissen „Überlappungsproblematik“ konfrontiert.

2) Biographische Kurzbemerkungen zu Benedikt Stuchtey: (siehe detaillierter: https://de.wikipedia.org/wiki/Benedikt_Stuchtey/keine Übersetzung in weitere Wikipedia-Sprachen as of 24.2.26, was zeigt wie qualitativ uneinheitlich die Wikipedia oft nach Thema und Sprache – immer noch – aufgestellt ist) wurde 1965 in Münster/Westfalen geboren. U.a. legte er 2012 eine Geschichte Irlands vor. Er war in London wissenschaftlich gut verankert (etwa am Deutschen Historischen Institut in London, welches er mehrere Jahre lang auch stellvertretend leitete); er arbeitete ebenfalls in England in Cambridge wie Oxford, und hatte auch eine Gastprofessur in Neu-Dehli (2015 – quasi im dekolonisierten Commonwealth) inne. Die Globalgeschichte gehört ebenfalls zu seinen Forschungsdisziplinen. All das zeigt in die Richtung, dass er für das nachfolgende Thema außerordentlich gut prädestiniert ist.

3) Kurzübersicht zum Buch: 1: Das Buch ist in 9 Kapitel oder 10 Teile gegliedert. Kap. 1 ist die „Einleitung“, die in 9 perspektivischen Zugängen (ohne jegliche Unter-Überschriften – die werde ich wohl nachreichen) einen inhaltlichen Aufriss des Themas bietet. Die Kap. 2 bis 8, also der Hauptteil, sind wesentlich chronologisch aufgebaut – der Zeitraum ist 1497 bis 1997. Es folgt in Kap. 9 eine (kurze) Bilanz. Als Teil 10 könnte man den Anhang bezeichnen, der eine Karte des Britischen Empire sowie ein Verzeichnis der (sehr) zahlreichen Kolonien, Dominions, Protektoraten und Mandatsgebieten (mehr als 100 Entitäten mit Zeitfenster werden genannt/124+) sowie weiterführende Literatur und ein Personenregister vorhält. 2: Der Band ist – wie die vorgenannten Bände von Osterhammel und Jansen – in der C.H.Beck-Reihe „Wissen“ (im Jahre 2021) erschienen. Er ist nach wie vor lieferbar (auch als Kindle) und kostet etwas weniger als 10 Euro. Wer vielleicht ein Problem mit dicken „Wälzern“ hat, sollte sich nicht scheuen, diese leichten Bände trotzdem sich vorzuknüpfen.

4) Roland Sturm (Hrsg.): Länderbericht Großbritannien (2019): 1: Der größte Nachteil des Buches von Stuchtey – aus meiner Sicht – ist, dass es – publiziert in 2021 – nur bis 1997 reicht und etwa der „Brexit“ exkludiert ist. Beim Länderbericht ist das Thema natürlich drin. 2: Der Länderbericht stellt gewissermaßen ein konkurrenzloses Format dar: Auf 518 (größerformatigeren) Seiten haben 29 (!) Autor/innen ein gewaltiges Panorama zu Facetten ohne Ende entworfen. Es ist angereichert durch eine dreistellige Zahl von gewöhnlich aussagestarken farbigen Fotos oder Abbildungen – und das alles für 5 € (zuzüglich Versand). Das Buch ist ein Kandidat für eine Anschluß-Beitragsserie von meiner Seite. Im Gegensatz zu Stuchthey ist es nicht über sehr weite Strecken chronologisch strukturiert, sondern die Grobgliederung ist wie folgt: Geschichte (I), Politik (II), Gesellschaft (III), Kultur (IV), Wirtschaft (V), GB in der Welt (VI). Es ist nach wie vor bei der Bundeszentrale für Politische Bildung (bpb) kaufbar; eine neuere aktualisierte Auflage ist nicht in Vorbereitung (aktuelle E-Mail-Auskünfte der bpb). Mit dem Kauf kann man nichts falsch machen. Sollte ich das Buch auch ausführlicher vorstellen, würde ich auch intensiver der Frage nachgehen, ob eine deutlichere Portion von kritischer Einstellung (oftmals) wünschenswert gewesen wäre.

(24.2.26)


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